Tierhandlung

Eine Tierhandlung ist der kleine Privatzoo nebenan

Von einer Tierhandlung sind nicht nur Kinder immer wieder begeistert. Auch viele Erwachsene drücken sich vor den Ausstellungsstücken die Nase platt.

Der Geruch gehört dazu. Dieser eigenartige, stechende und doch reizvolle Geruch, der in einer Tierhandlung nun einmal vorkommt. Er entsteht durch die Ausscheidungen der Tiere, sei es Schweiß oder Kot, und kann bei bester Pflege und Sorgfalt nicht vermieden werden. Aber dieser Geruch stört die Besucher nicht, wenn sie sich vor den Terrarien oder Käfigen aufhalten, im Gegenteil. Er hat auch etwas Verlockendes an sich.

Natürlich kommen die meisten als Kunden in die Tierhandlung, weil sie etwas kaufen wollen. Aber sie können sich der Faszination nicht entziehen, die Tiere zu beobachten, und verbringen damit oft mehr Zeit als mit dem eigentlichen Einkauf. Besonders interessant ist es, das Verhalten von Exoten zu studieren. Dabei wird es so manchem aber schnell langweilig, denn viele exotische Tiere haben die Angewohnheit, sich nicht besonders viel zu bewegen.

Dies gilt insbesondere für Schlangen. Haben Sie schon einmal in der Tierhandlung oder im Zoo einer Schlangenfütterung beigewohnt? Zuerst wird das Beutetier bedauert, aber die Schlange kümmert sich minutenlang überhaupt nicht um sein Opfer. Nach mehreren Minuten werden die Zuschauer unruhig und fragen sich, warum die Schlange nicht reagiert. Oft wird sie mit aufmunternden Worten aufgefordert, sich doch die Maus zu schnappen. Bis die Schlange dann endlich zupackt, sind viele der Zuschauer schon wieder weitergegangen.

Eine Tierhandlung zu betreiben, ist kein leichtes Unterfangen. Man muss sich auf vielen Gebieten auskennen, von der Unterbringung der Tiere über die Fütterung bis hin zu rechtlichen Bestimmungen, wie dem Artenschutz. Diese Kenntnisse sind nicht nur nötig, um Kunden fachmännisch beraten zu können, sondern auch, um sein Betriebskapital zu schützen. Manche Tiere kosten selbst im Einkauf richtig viel Geld, und bei falscher Pflege können leicht hohe Verluste entstehen. Auch ist der Betrieb einer Tierhandlung ziemlich arbeitsaufwändig. Die Behältnisse müssen in gewissen Abständen gesäubert werden, und die Tiere verlangen eine ständige Pflege und regelmäßige Fütterung.

Aber nicht nur Exoten benötigen viel Aufmerksamkeit. Die bei uns üblichen Haustiere, wie Meerschweinchen oder Hamster, verlangen ebenfalls regelmäßige Pflege. Es macht nicht nur einen schlechten Eindruck, wenn die Tiere in verdreckten Käfigen gehalten werden, sondern damit können sich auch Krankheiten ausbreiten. Und neben all dieser Arbeit muss ja auch noch das Geschäft betrieben werden, mit Kundenberatung, Warenein- und verkauf, Buchhaltung und allem, was so dazugehört. Es gehört schon ein gewisser Idealismus dazu, eine Tierhandlung zu betreiben.

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