Junggesellenabschied

Warum ein Junggesellenabschied sehr problematisch ist

Steht ein Junggesellenabschied an, wird es höchste Zeit für den baldigen Bräutigam, sich eine ganz entscheidende Frage für sein künftiges Leben zu stellen.

Zu einem Junggesellenabschied gehören regelmäßig viel Alkohol, Stripperinnen und Partyspiele bzw. peinliche Aufgaben für den künftigen Bräutigam. Da stellt sich oft die Frage, wie das einer kirchlichen Trauung vorausgehen kann. Doch selbst wenn man diesen Widerspruch für sich gar nicht hat, weil man kein religiöser Mensch ist und nur standesamtlich heiratet, sollte man sich überlegen, ob ein Junggesellenabschied nicht ein völlig ungeeigneter Hochzeitsbrauch ist.

Der Wunsch, noch einmal die Sau rauszulassen, wie es im Volksmund heißt, bevor man heiratet und nicht mehr tun könne, was man selbst möchte, ist zwar einerseits verständlich, doch abgesehen davon, dass es kaum eine gute Vorbereitung auf die Ehe sein kann, unmittelbar vorher lauter Dinge zu tun, die mit dem Eheleben nicht vereinbar sind, stellt sich doch die entscheidende Frage, warum man sich überhaupt künftig Regeln unterwerfen sollte, die den eigenen Interessen widersprechen.

Ist es in einer modernen Partnerschaft im 21. Jahrhundert nicht möglich, die eigenen Bedürfnisse zu auszuleben? Es erscheint kaum plausibel, wieso ein bestimmtes Verhalten vor dem Junggesellenabschied für die künftige Ehefrau akzeptabel sein kann, aber für die ehemalige Verlobte nach der Hochzeit nicht mehr.

Zu einer guten Beziehung gehören Kompromisse, aber es ist ebenfalls entscheidend, gar nicht erst viele Kompromisse in den wesentlichen Fragen eingehen zu müssen. Kurz gesagt: Wenn sich ein Mann zu sehr im Verhalten an die Vorstellungen seiner Frau anpassen muss (für die Frau gilt das gegenüber dem Mann selbstverständlich ebenfalls), sollte er sie gar nicht erst heiraten, denn dann passen sie gar nicht so gut zusammen.

Darüber sollte sich ein Mann nicht erst vor seinem Junggesellenabschied Gedanken machen, aber wenn er es noch nicht getan hat, ist das wohl der letzte gute Zeitpunkt dafür. Vor dem Altar nicht mit Ja, sondern mit Nein zu antworten, muss nun wirklich nicht sein! So weit sollte man schon vorausplanen können.

Sicher feiert man nicht jeden Tag wilde Partys, das möchte man gar nicht, aber sollte man nicht jeden Tag so leben können, wie es den eigenen Bedürfnissen und Wünschen entspricht? Wer zu viele Kompromisse eingeht, wird kaum glücklich werden oder lebt nicht sein eigenes Leben, sondern nur etwas, was er dafür hält, was sich in Wahrheit jedoch andere für ihn ausgedacht haben. So gesehen braucht man überhaupt keinen Junggesellenabschied, wenn man die richtige Frau gefunden hat, denn die richtige Frau, die wirklich zu einem passt, wird nicht versuchen, ihren Mann entgegen dessen Wünschen zu verändern. Sie liebt ihn bereits so, wie er ist.

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